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Basiskurs Pflegefachperson für Menschen im Wachkoma

16 Dezember

Anerkannt und empfohlen durch die BAG Phase F.

Mit wahrnehmungsveränderten Menschen zu arbeiten ist die Königsdisziplin in der Pflege. Für diese Pflegeherausforderung müssen Pflegefachpersonen im transdisziplinären Team geschult sein.
Neue Mitarbeiter/innen und Schüler/innen werden nicht selten auf diese Aufgabe mit dem Hinweis:

“wasch den Menschen im Wachkoma wie jeden anderen auch, nur erklär alles und spreche mit ihm, er könnte ja vielleicht etwas mitbekommen!”

eingewiesen. Erfahrene Pflegefachpersonen wissen, dass das nicht ausreicht. Der direkte und zugewandte Umgang mit dem Menschen im Wachkoma/MCS in körpernahen Interaktionen unter Beobachtung und Beachtung der Fähigkeiten des Menschen (wie Schlucken, Atmen, Blinzeln, Grimassieren u. v. m.) sowie deren Unterstützung und Förderung im Kontext der pflegerischen Arbeit lässt die Erfahrung gar nicht zu, einen bewusst- und regungslosen Menschen als Gegenüber vorzufinden. Hier öffnet sich ein zusätzliches Feld der Körpersprache, das die Intuition der Pflegefachpersonen benötigt.

In diesem 3-tägigen Seminar lernen Sie, mit den eigenen Sinnen z. B. die Spannung oder Entspannung eines Patienten zu spüren. Genaue Beobachtungen ermöglichen wahrzunehmen, ob sich der Mensch im Wachkoma unter Schmerz-, Kälte- oder Geräuscheinwirkung zurückzieht oder sich uns durch einen liebevollen Blick und eine einfühlsamen Stimme, mit einem wohlbefindlichen Gesichtsausdruck oder einer entspannten Körperhaltung öffnet. Der eigenen Intuition folgend ist in dem sichtbaren Verhalten der Menschen im Wachkoma nach Transformationen der inneren Selbstbewegung zu suchen, also zu prüfen, ob ein bestimmtes Verhalten von innen nach außen hindurch scheint. Sinnlos wirkende körperliche Bewegungen und Reaktionen können als Selbstaktualisierungen im Sinne der Selbstwahrnehmung oder als konstruktive Leistungen gedeutet werden, die in unsere Sprache und Empfindung übersetzt werden müssen. Die Persönlichkeit von Menschen im Wachkoma/MCS kann durch einen körpernahen Dialog mit vertrauten Menschen wiederbelebt werden. Grundlage hierfür ist die Übersetzung der körperlichen Sprache des Patienten in einen handlungsanleitenden Code für die begleitenden Personen (A. Zieger). Nur über diesen körpernahen Dialog lässt sich eine gesundheitsbezogene Lebensqualität einschätzen und vermuten. Diese Einschätzung durch Außenstehende ist maßgeblich und zusätzlich erforderlich bei Entscheidungen über Therapieanwendung oder deren Beendigung. Geremek zeigt aber auf, dass solche Entscheidungen meistens von der eigenen Haltung zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität geprägt werden.

Details

Datum:
16 Dezember

Veranstaltungsort

BaWiG GmbH
Storkower-Str. 207, (2. Obergeschoß)
Berlin, 10369 Deutschland
Webseite:
http://www.bawig-essen.de