September 25, 2019 Weiterlesen ... →

Modellprojekt Stroke-Mobil gestoppt?

In Berlin gibt es drei speziell ausgerüstete Rettungsfahrzeuge (STEMO), die dazu konzipiert wurden Schlaganfall-Betroffene wirksam und schneller therapieren zu können. Der Innenausschuss des Berliner Senats hat sich nun gegen die Weiterführung dieses Modellprojekts ausgesprochen. Grund sei der bisher nicht belegte Nutzen und Bedenken der Feuerwehr. Stattdessen sollen die für die Stroke Mobile vorgesehenen Mittel im Haushalt 2020/21 für die Neuanschaffung normaler Rettungswagen genutzt werden.

Sie sogenannten Stroke-Mobile bringen ein Stück Krankenhaus zum Patienten, inklusive Computertomograph und einem Minilabor. Das Fahrzeug ist mit einem Spezialistenteam besetzt, bestehend aus einem Neurologen, einem Rettungs- und einem Radiologieassistenten. So kann direkt vor Ort die Thrombolysetherapie bei Patienten mit akutem ischämischen Schlaganfall oder eine Gefäßdiagnostik zur Erkennung großer Arterienverschlüsse durchgeführt werden. Eine Studie untersucht bis Ende 2019 die Wirksamkeit der STEMO-Versorgung.

Burkard Dregger, Vorsitzender und innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion Berlin, sieht die Entscheidung zum Abbruch des Projekts kritisch: „Rot-Rot-Grün setzt leichtfertig das Leben und die Gesundheit Tausender aufs Spiel. Jedes Jahr erleiden rund 12.000 Berliner einen Schlaganfall, die STEMO-Wagen werden im Schnitt sieben Mal täglich zu Einsätzen gerufen. Je früher Notfallmaßnahmen eingeleitet werden, umso besser für Patienten. Die rollenden Kleinlabore haben sich bewährt. Auch angesichts der immer älter werdenden Berliner halten wir es für unverantwortlich und kurzsichtig, hier den Rotstift anzusetzen.“      

Auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller spricht sich gegen die Empfehlung der Innenpolitiker aus und möchte die Fahrzeuge vorerst erhalten. Wie rbb|24 berichtet, bestätigte die Sprecherin der Senatskanzlei (Claudia Sünder), dass sich die beteiligten Ressorts weiterhin miteinander im Gespräch befänden. In diesem Kontext habe Müller unmissverständlich deutlich gemacht, dass das Projekt bis mindestens 2021 weitergeführt werde.

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