Medizin-Nobelpreis 2025 für Robert-Koch-Preisträger Shimon Sakaguchi

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Nobelpreisträger für Medizin Shimon Sakaguchi
Nobelpreisträger für Medizin Shimon Sakaguchi

„Eine verdiente Auszeichnung und wir freuen uns mit Professor Shimon Sakaguchi, er ist ein großartiger Wissenschaftler – Gratulation!“ – Professor Dr. Wolfgang Plischke

Das Karolinska-Institut hat in Stockholm bekannt gegeben, dass neben Mary Brunkow und Fred Ramsdell (beide USA) Shimon Sakaguchi (Japan) mit dem diesjährigen Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wird. Der japanische Forscher ist Distinguished Professor der Osaka University und emeritierter Professor der Kyoto University und nun der bereits 15. Robert-Koch-Preisträger seit 1975, der einen Nobelpreis in Medizin erhält.

2020, mitten im ersten Pandemie-Jahr, erhielt Professor Dr. Shimon Sakaguchi in einer digitalen Zeremonie den mit 120.000 Euro dotierten Robert-Koch-Preis für die Entdeckung der „regulatorischen T-Zellen“ – sie gelten als Friedensstifter des Immunsystems. Diese Zellen verhindern, dass Abwehrzellen, die im Körper patrouillieren, körpereigenes Gewebe angreifen. Funktionieren diese Zellen nicht richtig, können sie Autoimmunerkrankungen oder Allergien auslösen. Fehlen sie komplett, können Patienten sogar gleichzeitig an mehreren Autoimmunerkrankungen leiden, wie im Fall des IPEX-Syndroms, einer seltenen Erbkrankheit. Lange war umstritten, ob es solche Zellen, denen wir letztlich die Selbsttoleranz unseres Immunsystems verdanken, überhaupt gibt. Professor Sakaguchi aber hielt mit bewundernswerter Beharrlichkeit an der Idee fest – bis es ihm tatsächlich gelang, diese Zellen zu entdecken.

Sakaguchi hat damit bereits Mitte der 1990er-Jahre den Grundstein für ein völlig neues Forschungsfeld geschaffen und die Entwicklung innovativer Therapien – etwa gegen Krebs und eben Autoimmunerkrankungen – maßgeblich vorangetrieben. „Vor fünf Jahren haben wir Professor Dr. Shimon Sakaguchi mit dem Robert-Koch-Preis geehrt – jetzt erhält er den Nobelpreis für Medizin und Physiologie,“ freut sich Professor Dr. Wolfgang Plischke, Vorsitzender der Robert-Koch-Stiftung. „Es ist eine verdiente Auszeichnung und wir freuen uns mit Shimon Sakaguchi, er ist ein großartiger Wissenschaftler – Gratulation!“ Damit zeige sich einmal mehr, so Plischke, dass der „Wissenschaftliche Beirat und der Vorstand der Robert-Koch-Stiftung ein feines Gespür für die international bedeutendsten Forscherinnen und Forscher und deren bahnbrechende Arbeiten“ haben.

Der Robert-Koch-Preis gilt seit Jahrzehnten als ein verlässlicher Wegweiser für den Nobelpreis: Seit 1975 wurden bereits 15 Preisträgerinnen und Preisträger der Stiftung später auch mit der höchsten wissenschaftlichen Auszeichnung aus Schweden geehrt.

Zuletzt waren 2023 Professor Dr. Drew Weissman (Robert-Koch-Preis 2022) und 2022 Charles M. Rice (Robert-Koch-Preis 2015) mit dem Nobelpreis für Medizin geehrt worden.

Seit der ersten Vergabe 1901 haben insgesamt 229 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Nobelpreis für Medizin erhalten – darunter lediglich 13 Frauen. Der allererste Preisträger war der deutsche Bakteriologe Emil Adolf von Behring, ausgezeichnet für die Entdeckung einer wirksamen Therapie gegen Diphtherie.

Über die Robert-Koch-Stiftung
Die Robert-Koch-Stiftung e.V. ist eine 1907 gegründete gemeinnützige Stiftung zur Förderung des medizinischen Fortschritts mit Sitz in Berlin. Sie fördert die wissenschaftliche Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten sowie beispielhafte Projekte zur Lösung medizinischer und hygienischer Probleme. Die Stiftung vergibt alljährlich mehrere hochrangige wissenschaftliche Auszeichnungen: den Robert-Koch-Preis, der zu den wichtigsten wissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland zählt, die Robert-Koch-Medaille in Gold, drei Auszeichnungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs und seit 2013 den Preis für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention.

Robert Koch (1843 – 1910), nach dem der Preis benannt ist, hat die moderne Bakteriologie begründet. Dafür erhielt er im Jahr 1905 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie. Koch leitete von 1891 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1904 das Institut für Infektionskrankheiten in Berlin.

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