Geleitwort

Oliver Raachs Lebensweg ist geprägt vom Umgang mit gehandicapten Menschen, von Musik, aber auch von technischem Interesse: Humanität und Kreativität als Grundschwingung eines immer neugierigen, aufmerksamen, zugewandten Menschen. Über Jahre hinweg verzauberte der Multiinstrumentalist mit Leib und Seele sein Publikum bei den Galas der Tanzweltmeister des TC Ludwigsburg. Große Freude bereiten ihm und seinem querschnittgelähmten Onkel Karl die intensiven Gespräche und die nächtelangen Schachpartien. Lust auf Neues und Freude am Erfolg – diese Wesenszüge machen ihn bereits mit 19 Jahren zum Sieger eines Talent-Wettbewerbs von BMW. Wer dem Fröhlichkeit ausstrahlenden Schwaben begegnet, behält ihn unweigerlich im Gedächtnis. Menschen mit sichtbaren oder unsichtbaren Behinderungen etwa, Unternehmer, Politiker oder die Reha-Branche. Hier kennt man ihn seit Jahrzehnten als authentisches Kommunikationsgenie in ­erfolgreichen Unternehmen, als Mentor, Resilienz-Coach, Kognition-Artist und als ­Helfer in der Not, der gerne sein Wissen und seine Erfahrungen ­weitergibt. Und das ist längst nicht alles – sein Engagement ist so ­facettenreich wie sein beruflicher Hintergrund: Betriebswirtschaftler, European Industrial Engineer, ­Musiktherapeut, Kfz- Meister, ­Journalist, European Excellence ­Assessor (EFQM). Als erster öffentlich bestellter und vereidigter ­Sachverständiger für die Mobilität von körperbehinderten Menschen in Deutschland genießt er breites Vertrauen. Er veröffentlichte im Auftrag der GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung) den ­Ratgeber „Mut zur Mobilität“, der zigtausende Leser fand. Schon seit Anfang der 90er Jahre ist Raach assoziiertes Mitglied im Bundesverband Deutscher Sachverständiger und Fachgutachter e. V. mit der Ernennung 2007 zum Ehren-Sachverständigen. Mitten in Erfolg und Karriere hat Oliver Raach ein Unfall, bei dem er schwerste Hirnblutungen und multiple Verletzungen davontrug, aus der normalen Existenz gerissen. Aus ärztlicher Sicht ein hoffnungsloser Fall. Jedoch mit unglaublicher Willenskraft hat sich Raach aus dem Koma zurück ins Leben gekämpft. Er lernte wieder Laufen, Sprechen und trainierte sein Gedächtnis und Denkvermögen auf vielfältigste Weise. Und wenn es eine Methodik nicht gab, kreierte der kreative Schwabe eine, die ihm weiterhalf, entsprechend seinem Lebensmotto „Nie aufgeben“. Dieses Schlüsselerlebnis, dieser tiefe Einschnitt hat Raach ein neues, erweitertes Bewusstsein für die Lebens­situation behinderter Menschen gegeben, gepaart mit seiner Affinität für Mobilität, Brain Mind Studies und Musiktherapie. Er versteht sich als kreativer Ideengeber und versucht sein Leitmotiv, für andere Menschen da zu sein, zu informieren, Mut zu machen in die Öffentlichkeit zu tragen und für deren Rechte einzustehen. Dass niemand nach drei Hirnblutungen mit schwerem Polytrauma und Jahre später darauffolgende epileptische Anfälle an ihn als „Stehaufmännchen“ geglaubt hat, ist seinem unbändigen Willen zuzuschreiben. Trotz vieler Enttäuschungen, da ihm Menschen nicht geholfen haben, von denen er glaubte, sie würden es tun. Heute ist Oliver Raach ein fröhlicher Kämpfer für die soziale Inklusion. Er hat zahllosen Menschen mit Handicap, Hirnverletzungen, Schlaganfallpatienten, behinderten Kindern und ihren Familien aus persönlichen Notsituationen geholfen: „Für mich sind gerade Sie ein Mutmacher der Nation: dank beruflicher Zielstrebigkeit, Ihrer Fähigkeit wissenschaftlich-technologische und medizinische Kenntnisse ganzheitlich in fachübergreifende Beziehungen zu bringen, in menschlicher Hinsicht und in der Bewältigung Ihres Schicksal.“ 

Ulrich Herzog, Initiator der bedeutenden Mittelstandsinitiative „Mutmacher der Nation“