Zwei Fonds für Menschen mit Schädelhirnverletzungen

Die Versorgung von Menschen mit Schädelhirnverletzung ist eine immense Herausforderung für alle Beteiligten. Vor allem die Angehörigen geraten schnell an ihre Grenzen, körperlich und seelisch, natürlich aber auch finanziell – denn längst nicht alle Therapieformen, die in solchen Situationen helfen könnten, werden von den Krankenkassen getragen. Andererseits sind viele Betroffene nicht in der Lage, die oft beträchtlichen Kosten für derartige Behandlungen zu stemmen, schon gar nicht in Zeiten von Corona, in denen viele Bürger Einkommenseinbußen zu bewältigen haben. Unterstützung bietet da unter anderem die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung, die für besondere Fälle einen eigenen Hilfsfonds unterhält sowie den Roland Weiß Fonds verwaltet, um zumindest einzelne Maßnahmen bezuschussen zu können.

Beim ZNS Hilfsfonds sind alle Unfallopfer mit Schädelhirnverletzung antragsberechtigt und können bei nachgewiesener Bedürftigkeit bis zu 500 Euro erhalten, etwa als Zuschuss für barrierefreie Umbauten in den eigenen vier Wänden, zur Verhinderung drohender Wohnungslosigkeit oder zur Finanzierung von Fahrtkosten in die Rehaklinik. Der Roland Weiß Fonds richtet sich explizit an Menschen im sogenannten Wachkoma. Hier werden therapeutische Maßnahmen oder Hilfsmittel mit bis zu 2.000 Euro bezuschusst, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Dazu zählen etwa die hyperbare Sauerstofftherapie, die craniosacrale Therapie oder die Anschaffung eines Stehrollstuhls, aber auch die beliebte Musiktherapie.

Der Bedarf ist auf jeden Fall vorhanden. „Über die Jahre sind bei uns rund 1.500 Anträge eingegangen“, erklärt Heidi-Maria Jülich vom Beratungsdienst der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung. „Auch wenn wir aufgrund unseres Stiftungszwecks nicht alle Anträge genehmigen können, haben wir für alle Anfragenden ein offenes Ohr und helfen ihnen, den für ihr Anliegen richtigen Ansprechpartner, beispielsweise die Schlaganfallhilfe oder Deutsche Krebshilfe, zu finden.“ Bis 2019 konnte die Hilfsorganisation in 200 Fällen Therapien und Anschaffungen für Menschen mit unfallbedingter Schädelhirnverletzung über den ZNS Hilfsfonds fördern, weitere 50 Patienten im Wachkoma über den Roland Weiß Fonds.

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