Februar 10, 2021 Weiterlesen ... →

„Ich fühle mich am richtigen Ort“

Das Hegau-Jugendwerk in Gailingen hat zum Jahresbeginn den vakanten Chefarztposten besetzt: Zum erstenmal hat die neurologische Rehabilitationseinrichtung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Dr. Corina Kiesewalter eine Chefärztin und Ärztliche Direktorin.
Sie folgt auf Dr. Andreas Weidmann, den es nach zwei Jahren zurück an seine alte Wirkungsstätte und in seine bayrische Heimat gezogen hat. Dr. Corina Kiesewalter kann sich keinen anderen Beruf als Ärztin vorstellen und die Neurologie hat es ihr dabei besonders angetan. Das Haus mit seiner Bandbreite an Rehabilitation, der Vielfalt an Therapiemöglichkeiten und das besondere Patientenklientel Kinder und Jugendliche begeistert die 53-Jährige und sie freut sich auf die spannende neue Aufgabe. „Frau Kiesewalter passt von ihrer Expertise und ihrer Persönlichkeit her wunderbar zu unserer Einrichtung und wir freuen uns darauf, das Hegau-Jugendwerk gemeinsam mit ihr weiterzuentwickeln und fit für die Zukunft zu machen“, freut sich Barbara Martetschläger, Verwaltungsdirektorin und stellvertretende Geschäftsführerin der Hegau-Jugendwerk GmbH.
Nach ihrem Medizinstudium an der Medizinischen Hochschule Hannover absolvierte Corina Kiesewalter ihre Facharztausbildung in der Neurologie des Agnes-Karll-Krankenhauses in Laatzen und war ab 2003 an der St. Mauritius Therapieklinik in Meerbusch bei Düsseldorf, einer reinen Neuroreha-Klinik, tätig. Von 2004 bis Ende 2019 war Dr. Kiesewalter zunächst als Oberärztin, dann als Leitende Oberärztin am Reha-Zentrum prosper, dem neurologischen Reha-Zentrum des Knappschaftskrankenhaus Bottrop beschäftigt. Von der Stellenanzeige des Hegau-Jugendwerks fühlte sich sich sofort angesprochen, denn sie strebte nicht nach einer Stelle an einem großen Akuthaus und fand in Gailingen was sie suchte.
„Ich bin gekommen, um zu bleiben“, macht die sympathische Neurologin klar. Das Hegau-Jugendwerk sei in seinem Angebot außergewöhnlich, die Reha-Phasen A bis D plus die berufliche Nachsorge in der Phase E unter einem Dach zu haben sei „einzigartig“; auch das Arbeiten in einem multiprofessionellen Team findet Dr. Kiesewalter toll: „Hier ziehen verschiedene Professionen an einem Strang“, lobt sie.
Dr. Kiesewalter will mit dem frischen Blick von außen erkunden, wo die Schwerpunkte im Sinne einer Weiterentwicklung des HJW liegen. Den guten Ruf des Hegau-Jugendwerks zu halten, weiter zu festigen und die Einrichtung zukunftsorientiert aufzustellen in Zusammenarbeit mit den Beschäftigten ist ihr Ziel. Vor allem im Bereich Fachkräftemangel und Digitalisierung sieht sie die Aufgaben für die Zukunft und im Ausbau der Frührehabilitation. Den Schwerpunkt sieht sie in der Diagnostik und Therapie von Patienten mit schweren, aber auch mit leichteren Schädel-Hirntraumata. Dabei setzt sie auch auf Kooperation und Vernetzung, erklärt sie mit Blick auf die Kinderkliniken und das Sozialpädiatrische Zentrum des GLKN – des Gesundheitsverbunds Landkreis Konstanz. Das Hegau-Jugendwerk, so findet die neue Chefärztin, sei ein sinnstiftender, aber auch politischer Ort. Hier stelle sich die Frage „Wie gehen wir mit Menschen mit schweren Behinderungen um“ immer wieder neu. Das Bestmögliche für dieses besondere Patientenklientel und ihre Familien zu erreichen, passe gut zu ihrer persönlichen Einstellung und zu ihrem Menschenbild. „Ich fühle mich am richtigen Ort“ erklärt die 53-Jährige überzeugend.

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